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Frohes neues Jahr! Auf ein famoses 2014 voller Geschichten, die das Leben schreibt! //

Happy New Year! To a splendid 2014 full of real life stories!

Jetzt kann ich auch sagen: I ♥ NY! Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ich dachte, dass unsere Reise nach New York seltsam werden könnte, dass die Stadt unberührbar und unwirklich ist. Immerhin hat man so viele Bilder von ihr, als bestünde sie selbst nur aus Popkulturmythen unterschiedlichster Coleur. Aber vielleicht liegt genau darin das typische New York-Flair: Es hält für jeden etwas bereit. So hat The Big Apple auch uns mit offenen Armen empfangen und wir wollten gar nicht mehr aufhören, reinzubeißen. Besser aber noch als der große Apfel Manhattan hat mir der kleine Apfel Brooklyn geschmeckt. Bevor es deshalb mit ganz vielen Fotos losgeht, gibt es kurz dieses schöne Lied mit dazugehörigem schönen Video, der sehr gut meine Stimmung widerspiegelt (obwohl man in den Lyrics Paris durch Ottawa und Regen durch Schnee ersetzen müsste). Meine Begleitung war übrigens die bezaubernde Anna, dank der ich schon viele neue Einsichten in die kanadische Seele erhalten habe. //

Finally I can say: I ♥ NY! I have to confess that I didn’t expect it or at least not to this extend. I assumed our trip to New York could be strange in a way that the city might be untouchable, unreal. After all there are so many images about the city as if it only consists of very different pop culture myths. But maybe this is the New York vibe: There is something for everybody. So The Big Apple welcomed us with open arms and we couldn’t stop tasting it. Compared to the big apple Manhattan I liked the small apple Brooklyn even better. So before I start with lots of pictures there is this lovely song with a lovely video that really reflects the state I’am in (although you would have to replace Paris with Ottawa and rain with snow in the lyrics). My company was the charming Anna to whom I am grateful for all the new insights into the Canadian soul.

Eigentlich darf ich gar nicht sagen, dass mir ganz Brooklyn gefällt, denn der Bezirk ist riesig und der kleine Teil, den wir besuchten, eben auch ausgesprochen schön. Unsere Bleibe lag im hippen Williamsburg an der Bedford Avenue und war nichts weniger als ein ein großes, toll eingerichtestes Loft und überhaupt die beste Unterkunft dank unserer tollen Hosts Cara und Keenan. Von dort aus war man in 30 Minuten überall: Downtown, Midtown, Uptown. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich das U-Bahn-System ziemlich schnell kapiert und spielte daher Navigator. Mein Kompass führte uns zum MoMA, zum Rockefeller Center mit großen Weihnachtsbaum, Central Park, Guggenheim Museum, Brooklyn Bridge Park, Flohmarkt, Strawberry Fields … Aber die eigentlichen Highlights lagen um die Ecke. Es waren die Cafés und Restaurants, die mich am meisten begeisterten, vielleicht auch, weil es uns meist per Zufall in sie verschlagen hat: The River Deli, ein unheimlich hübsches und einladendes italienisches Bistro, Kasia’s Diner, in der uns die polnische Besitzerin erst mürrisch und dann immer netter werdend Pierogi servierte, oder das Cubana Social, das uns an einem verschneiten Sonntagnachmittag mit Espanadas aufpäppelte. Nicht zu verachten waren auch die beiden Clubs, in denen wir uns die Füße wundgetanzt und Ohren mit Musik gefüllt haben: Cameo und Baby’s All Right. Williamsburg ist einfach eine Welt für sich, kreativ und aufgregend. Es fehlt mir jetzt schon, aber ich komme wieder, soviel steht fest! //

Actually I’m not allowed to say that I liked all of Brooklyn because the borough is huge and the part that we have been to is markedly nice. Our place to stay was in the hip neighbourhood of Williamsburg at Bedford Avenue. It was nothing less than a huge and well furnished loft and the best place ever thanks to our great hosts Cara and Keenan! From there it took 30 minutes to anywhere: downtown, midtwon, uptown. To my suprise I understood the subway system right away so I became our navigator. My compass led us to MoMA, Rockefeller Center with its huge Christmas tree, Central Park, Guggenheim Museum, Brooklyn Bridge Park, flea market, Strawberry Fields … But the true highlights were just around the corner. It was the cafés and restaurants that really made my day, maybe also because we mostly came across them by accident: The River Deli, a warm and inviting Italian bistro, Kasia’s Diner, in which the first grumpy than friendly Polish owner served us pierogi, or Cubana Social, that nursed us with espanadas on a snowy Sunday afternoon. Not to mention the two nightclubs we spent time dancing and listening to good music: Cameo and Baby’s All Right. Williamsburg is its own universe, creative and exciting. I miss it already but I’ll be back, that’s for sure!

Wer’s noch nicht weiß: Zur Beschreibung mit der Maus über die Bilder fahren. // For those who don’t know yet: to get the picture’s description just mouse over.

Oh my, NY!Weihnachten am Rockefeller Center - Christmas at Rockefeller CenterIm MoMA: Max Ernst ist einfach der beste: Mondspargel - At MoMA: Max Ernst is simply the best: Lunar AsparagusAm Central ParkGandalf wartet auf ein Taxi am Times Square - Gandalf waiting for cab on Times Square Brooklyn BridgeArchitektonische Kontraste - Architectural contrastsDreierlei Butter: Kräuter, Zitrone und Himbeere - Three kinds of butter: herbs, lemon and raspberryBewölkt - Cloudy: Empire State of Mind? Flohmarkt in Williamsburg - Flea Market WilliamsburgBrooklyn Bridge ParkThe River Deli Backpacking in New YorkEin nebliger Tag für die Freiheit - A foggy day for libertyBlaue Stunde am Guggenheim Museum - Blue hour at Guggenheim Museum70 - Cubana SocialDowntown ManhattanStrawberry Fields: John Lennon Memorial, 9.12.Im Guggenheim: Christopher WoolNoch ganz nackig - They feel so nakedDie Kunst des Dekorierens - The art of decorationTodd English FoodhallBlick zum Freedom Tower - View to Freedom Tower Ümlaut PowerAt MoMA: Pablo Picasso: Les Desmoiselles d'AvignonBlick von der Brooklyn Bridge - View from the Brookly Bridge

Reinhard Lakomy ist wirklich der Held meiner Kindheit! Nicodemus vom Wolkenstein, Schlapps und Schlumbo, Springinkel, Moosmutzel und Waldwuffel oder Mimmelitt das Stadtkaninchen, das sind die schönen Figuren aus seinen Geschichtenliedern, den Kinderhörspielen, die der Musiker zusammen mit seiner Frau Monika Erhardt produzierte. Lakomy aber war generationenübergreifend, einer der einflussreichsten und eigensinnigsten Künstler der DDR und der Nachwendezeit. Er kam aus dem Jazz, war Liedermacher und Pianist, komponierte elektronische Musik und die fantastischen Geschichtenlieder, die ich auch heute noch liebe und immer wieder hören kann. In nächster Zeit werde ich sie wieder öfter hören, denn gestern ist Reinhard Lakomy im Alter von 67 Jahren an Lungenkrebs gestorben, der erst vor sechs Wochen bei ihm festgestellt wurde.

der-wolkenstein_klein der-traumzauberbaum_klein schlapps-und-schlumbo_kleinHätte ich nicht zufällg mit meinen Eltern, die gerade zu Besuch waren, die Nachrichten beim rbb geschaut, ich hätte die Meldung wahrscheinlich erst über die „Kürzlich verstorben“-Rubrik bei Wikipedia mitbekommen. Kein Beitrag dazu in der Tagesschau, ein liebloser Nachruf bei Süddeutsche.de, immerhin ein schöner Text auf ZeitOnline. Lakomy aber war groß, er war wichtig, er war der Held von Millionen von Kindern und jungen Menschen in der DDR, die heute im wiedervereinigten Deutschland leben und dort die Idole ihrer Jugend nicht wiederfinden. Wie soll man jemals ankommen, wenn die Bedeutung – für die Medienpräsenz als Gradmesser genommen werden kann – der eigenen Erfahrungsswelt wieder auf eine Teilgesellschaft reduziert bleibt? Man könnte sagen, dass Lakomy für die Kinder des Ostens das war, was Otfried Preußler für die des Westens verkörperte. Sollte man ihn dann nicht auch entsprechend würdigen?

Copyright: Harald Schmitt/farbfilm verleih

Jugend- und Subkulturen in der DDR, ein immer interessantes und noch lange nicht ausgeschöpftes Thema, das in den letzten Jahren in einigen Dokumentarfilmen behandelt wurde. Nach dem Punk (ostPUNK! Too Much Future, 2006, Regie: Carsten Fiebeler und Michael Boehlke) und dem HipHop/Breakdance (Here We Come, 2006, Regie: Nico Raschick) sind nun die Skater dran. This Ain’t California von Marten Persiel läuft ab heute in den Kinos und zeichnet den Weg dreier Freunde nach, in deren Leben das Skaten nicht nur ein Hobby war, sondern ein Weg, sich in ihrer Rolle als Jugendliche in der DDR zu definieren, in welche Richtung auch immer. Ich bin sehr gespannt auf den Film, der im Trailer einen poetischen Ton anschlägt, fast fiktional wirkt und sicherlich eine spannende Geschichte zu erzählen hat, die so über die DDR noch nicht erzählt wurde.

Ich frage mich, wie lange die fiktive Aufarbeitung dieser Themen noch auf sich warten lässt. In Wie Feuer und Flamme (2001, Regie: Connie Walther) wurde versucht, dem unterdrückten Punk in der DDR ein Denkmal zu setzen, das Ergebnis war aber mehr oder weniger einseitig und kitschig. Wo bleiben die anderen Filme, die vielschichtigen Erzählungen über HipHop und die Skater im realen Sozialismus? Gerade die Jugendkulturen bieten Möglichkeiten zu spannenden Geschichten über den Alltag in der DDR und dessen komplexes Geflecht aus Normalität und repressiven Strukturen, Unterordnung und Rebellion. Das dies systemübergreifend funktioniert, hat vor allem Sonnenallee (1999, Regie: Leander Haußmann) mit seiner Liebe zum Rock und Pop und seinen jugendlichen Charakteren gezeigt.

Hier der Trailer zum Film und ein Beitrag von Tracks auf Arte.

Marilyn Monroes Todestag jährte sich gestern zum 50. Mal. Man kann eigentlich nichts mehr über diese Frau schreiben, das nicht schon geschrieben worden ist. Trotzdem bleibt sie unergründlich. Das sie heute noch als Idol gilt, deren Reiz und sexuelle Anziehungskraft imitiert wird, ist mehr als fragwürdig. Ist sie nicht vielmehr ein Spielball männlicher Dominanz gewesen, die sie zu einem erotischen Frauenbild geformt hat, das auf Unterwürfigkeit und Unschuld basiert? Warum hat sie das Spiel mitgespielt, wenn doch auch immer wieder durchschimmerte, dass sie mehr sein kann und will, als nur die blonde Sexbombe? Es bleiben unbeantwortbare Fragen und einige wenige Filme, wie John Hustons The Misfits (Nicht gesellschaftsfähig, 1961), die Marylin Monroe vielleicht am ehesten so zeigen, wie sie wirklich war: Eine Mischung aus Rolle und darunter versteckter verletztlicher Menschlichkeit, die keinen Platz in einer Gesellschaft der Eindeutigkeiten hat.