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Karge Landschaft – es beginnt mit eindrucksvollen Aufnahmen des Meeres, des Strandes, der Felsen, peitschend, grau, unerbittlich. Karges Leben – das Haus von Kolja steht direkt an der Küste, er soll es verlieren, so will es der Bürgermeister. Kolja bäumt sich dagegen auf, doch der Bürgermeister ist unerbittlich, wie die See. Für Kolja und seine Familie gibt es keinen Ausweg aus diesem Schicksal. Und wenn dann doch jemand einen Ausbruchsversuch unternimmt, wie Koljas Frau, dann wird sie dafür bestraft, denn auch Kolja kann unerbittlich sein. Wodka wird viel getrunken in diesem Film, und die Mächtigen wissen ihre Macht gut auszunutzen, um ihren Untertanen zu schaden. Soweit entspricht alles dem Bild, dass man in der westlichen Welt von Russland hat. Doch zeigt sich hier eher, wie sich der Einzelne gegen Autoritäten zu wehren versucht. Oben drüber ist es eine bild- und klanggewaltige Parabel über die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben, irgendwo, wo das Meer kein Ungeheuer beherbergt.//

Bleak landscape – in the beginning there are impressive shots of the sea, the beach, the rocks, lashing, grey, relentless. Bleak life – Kolja’s house is located directly at the seaside. He is supposed to lose ist, it’s the mayor’s wish. Kolja rebels against this plan like but the mayor is relentless like the sea. There is no escape from this fate for Kolja and his family. And if somebody tries to break out of this life like Kolja’s wife, she will be punished for Kolja can be relentless too. They drink a lot of vodka in this film and the powerful know how to use their power in order to harm their subjects. This goes along with the picture of Russia painted in the Western world. But the focus is on the individual, rising up against authorities. Beyond this it is a beautifully shot parable about longing for an autonomous life, somewhere where the sea is not home to a monster.

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ParliamentVon wegen basic bitch, Ottawa ist in Bewegung! Ich hatte sieben Monate Zeit, die Stadt kennen zu lernen, alles gesehen habe ich trotzdem nicht – ein Grund, irgendwann zurückzukommen! Außerdem war es Winter, die Aktivitäten vor der heimischen Tür beschränkten sich daher auf den Weg zur Arbeit/Kneipe/Kino und zurück. Und leider konnte ich auch auch die vielen Festivals im Sommer nicht mitnehmen. Meiner Unternehmungslust tat das aber keinen Abbruch. Ich habe den Winter genossen, denn bei -25 Grad scheint eben nur noch die Sonne und man kann schlittschuhlaufen gehen oder es sich im Café gemütlich machen. Oh Ottawa, danke für die tolle Zeit an diesen schönen Plätzen! //

So much for Ottawa, the basic bitch! There is something going in the capital! I had seven month to get to know the city but I didn’t manage to see it all – one reason to come back, one day! Moreover, it was winter. So outside activities were limited to the way to work/bars/cinemas and back. And unfortunately I couldn’t be there to see all the nice festivals that take place during summer. But that didn’t stop my urge for exploring. I enjoyed winter since there’s so much sunshine when it has -25 degrees, you can go skating or sit in a nice coffee store. Oh Ottawa, thanks for the great time I had in these cool places!

Museen // Museums

National Gallery of Canada – Mein liebster Ort, wenn es um Museen geht. Eine tolle Sammlung kanadischer Kunst, die viel mehr Aufmerksamkeit hierzulande verdient. Aber auch die europäische und zeitgenössische Abteilung sind einen Besuch wert, weil sie neue Blickwinkel auf die alten und neuen Meister eröffnen. //  My favourite place when it comes to museums. A great selection of Canadian art that deserves more attention over here. Also the European and contemporary sections are worth a visist since they offer a new perspective on the old and new masters.

Canadian Museum of Nature – Dinosaurierknochen und Sachen zum Mitmachen, das ist das Geheimrezept für ein gutes Naturkundemuseum, wie es auch eines in Ottawa gibt. Kommen dann noch Wale dazu, wie dieser hübsche Beluga, dann ist auch meine Schwester glücklich! // Bones from dinosaurs and things to play with, those are the special ingridients for a good nature museum, like the one in Ottawa. Moreover, if there are whales like this cute beluga, my sister also will be happy!

Canadian Museum of History (Museum of Civilization) – Das Museum versucht die Kulturen der indigenen Bevölkerung und der Siedler zu vereinen und darüber die kanadische Geschichte zu erfassen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut, aktuelle Konflikte werden jedenfalls ausgespart. Trotzdem, das Museum ist in jedem Fall einen Besuch wert, allein die Zeitreise in der Canada Hall ist unterhaltsam: Wie eine kleine Stadt wurde die Geschichte Kanadas von den ersten Siedlern bis heute nachgebaut. // The museum tries to unite the cultures of the indigenous people and the settlers in order to embrace Canadian history. This works, sometimes more, sometimes less, current issues for one are not adressed here. Nevertheless, this place is worth a visit, especially the timetravel in Canada Hall is entertaining: the history of the settlers was rebuilt like a little city that you can walk through.

Museum of History Museum of Nature National Gallery of Canada

Gutes aus Ottawa // Good stuff from Ottawa

Apt 613 – Schöne Website/Blog/Magazin mit kreativen Sachen rund um und aus Ottawa plus Veranstaltungkalender, falls man mal nicht weiß, was geht. // Nice website/blog/magazine with creative stuff about and from Ottawa and a calendar, in case you don’t know what’s on.

loveOttawa – Der Fotograf Dwayne Browne will mit seinem Projekt zeigen, was an Ottawa und seinen Bewohnern so liebenswert ist. // Photographer Dwayne Browne created the project to show what is lovable about Canada’s capital and the people who live in it.

Guerilla Magazine – Spannendes Magazin rund um Kunst und (Sub)Kultur in Ottawa, das ich leider erst viel zu spät entdeckt habe. // Exciting magazine about arts and (sub)culture in Ottawa, that I found out about pretty late, unfortunately.

Kichesippi Beer – Kleine, unabhängige Brauerein sind ziemlich groß in Kanada und auch Ottawa hat davon eine ganze Menge. Unter den vielen Geschmacksexperimenten habe ich Kichesippi als meinen Favoriten herausgefiltert. Prost! // Local and microbreweries are really big in Canada and there are a lot of those in Ottawa, too. Among all the experiements in taste I found that Kichesippi was the one I liked most. Cheers!

Essen und Trinken // Eat and Drink

Chez Lucien – Schönes und gemütliches Resaturant/Bar im Herzen vom Byward Market. Die große Auswahl an gezapften Bieren befindet sich nicht auf der Karte, also begann der Kellner bei meiner Frage nach den Bieren jedesmal eine lange Liste zu zitieren. Ich nahm dann meist das erste, weil ich mich an den Rest nicht erinnern konnte. Auch toll: die Jukebox! // Nice and cozy restaurant/bar in the heart of the market. They have a fantastic selection of beers which is not on a menue, so everytime I asked the waiter what beer they have on tap he started to recite the list. I usually picked the first one because I couldn’t remeber them all. Another highlight: the jukebox!

Mellos – Habe ich jemals einen besseren Burger gegessen? Nein, definitv nicht! In diesem schönen Diner kommt er nur leicht durchgebraten aus der offenen Küche mit selbstgeschnitzen Pommes auf den Teller und ist so delikat, dass man den Rest am nächten Tag zum Frühstück verputzen möchte! // Did I ever have a better burger? No, definitely not! In this great diner the burger is served medium rare with a bunch of homemade fries from the open kitchen and it is so delicious that you want to eat the leftovers for breakfast next morning!

Zak’s Diner – Ein Diner wie aus dem Bilderbuch: Im 50’s Stil gibt es hier Burger, Milchshakes, Wraps, Eier und alles was das Dinerherz sonst noch begehrt. // This is a textbook diner: in a 50’s style interior they serve milkshakes, burgers, wraps and eggs and a lot of other things the diner fan is craving for.

The Daily Grind – Ein Freund sagte mal, hier sehe es aus wie in einem Hostel. Stimmt auch ein bisschen, das Daily Grind ist bunt, alternativ und sehr locker, so wie ein Kunstcafé oder eine coole Kneipe sein sollten. Die Küche ist großartig und es gibt tolle Kuchen, Kaffee, und gutes Bier. Im Obergeschoss kann man es sich in den kleinen Nebenräumen gemütlich machen. // A friend once said that the Daily Grind looks like hostel. It’s true for the place is very colorful, casual and has an alternative vibe to it. Just as an art café or a down to earth bar should be like. The food is great and they have good cakes, coffee and beer. Also, you can make yourself comfy in the small rooms on the first floor.

Dominion Tavern – In Ottawa gibt es eine ganze Menge Kneipen. Manche sind ziemlich konventionell, andere sind besonders. So wie diese. The Dom, wie sie genannt wird, wird vor allem von Liebhabern des Punk, des Mottorrads und des schwarzen Outfits besucht, aber die bar ist offen für jederman und die Stimung daher toll. Es gibt gutes Bier zu verbünftigen Preisen, Billiardtische und Musik. Hier verbringt gerne seinen Abend. // Ottawa has a whole bunch of bars and pubs. Some of them are pretty conventional, others are special. Like this one. The Dom, as it is called, is a place frequented especially by lovers of punk music, motor bikes and dark attire – but the place is open to everybody and thus the vibe is great. Good beer and reasonable prices, pool tables and music. It’s fun to spend your night here.

Außerdem // More: Das Lokal, The Standard, Hintonburger, The Green Door, The Château Lafayette, Oz Kafe, Connors Pub

Anna at Mellos Restaurant Young Janes Pia and Christin at Zak's Diner

Einkaufen // Shopping

Workshop – Was habe ich hier an Geld gelassen! Wunderschöne Kleider und toller Schmuck lokaler Designer, und dazu gibt es noch Workshops im Nähen, Stricken, Selbermachen. I’m in love! // I spent a lot of money in that place! Beautiful dresses and great jewelry from local designers and on top workshops in sewing, knitting and do it yourself. I’m in love!

Young Janes – Hübscher Vintageladen, der mein Second Hand liebendes Herz hat höher schlagen lassen. Er ist nicht nur wunderbar eingerichtet und nach Farben sortiert, sondern vor allem preislich erschwinglich. // Lovely vintage store that my second hand loving heart beat faster. It is not only well decoraded and sorted by colors but the clothes also have reasonable prices.

Flowers and Vintage – Dieser schöne Laden bietet mit ausgesuchten Vintageteilen und hübschen Blumenarrangements Gutes für den Kleiderschrank und den Esstisch. // This pretty store offers something nice for your closet and your dining table with its lovely vintage clothes and flower arrangements.

Außerdem // More: Milk, Roadtrip, 3 Trees, Victoire

Kunst und Kultur // Arts and Culture

National Arts Centre – Es mag zwar nicht das hübscheste Gebäude sein, doch der Schein trügt. Das National Arts Centre hat eine Menge zu bieten, über klassische Konzerte und Musicals bis hin zu Ballett und Theater. Man muss sich nur seine Lieblingskunst aussuchen. // Maybe not the most beautiful building but never judge a book by its cover! The National Arts Centre has a lot offer from classical concerts and musicals over theatre and ballet. You just have to pick your favorite art.

Arts Court – Die kleine Schwester des National Arts Centre bietet Raum für Alternativen im Kunstbetrieb wie zeitgenössischen Tanz oder Performance. // The little sister of the National Arts Centre offers a space for alternative art forms such as contemporary dance or performances.

Fall Down Gallery – Die kleine Galerie in der Innenstadt – geführt von ein paar coolen Skatern – bietet in erster Linie Kunstwerke lokaler Künstler zum Verkauf, darunter auch viele Arbeiten indigener Kreativer. Daneben ist sie Veranstaltungsort für Ausstellungen wie Picturama, bei der man zehn eigene Fotografien einreichen konnte, die zusammen mit allen anderen Bildern ausgestellt und von den Besuchern erworben werden konnten. // The small gallery – owned by some cool skater boys – offers the works of local artists and indigenous creatives. Moreover they host events like Picturama, to which one could submit ten photos that were displayed and sold to the visitors of the exhibit.

Picturama at Falldown Gallery National Arts Centre ByTowne Cinema

Kino // Cinema

Filmfestivals des Canadian Film Institute – Für Festivalliebhaber gibt es kaum eine bessere Adresse, denn hier wird konstant der Durst nach neuen Filmen gestillt. Ob European Union Film Festival oder Bright Nights – The Baltic Nordic Film Festival, irgendein interessanter Film läuft immer im Auditorium der Nationalbibliothek und -archive. // There’s no better place for festival lovers because here they are constantly served with fresh films. No matter if it is European Union Film Festival or Bright Nights – The Nordic Baltic Film Festival, there’s always an interesting movie at the auditorium of National Library and Archives.

ByTowne Cinema – Dieses Kino war quasi mein Stammlichtspielhaus, besonders nachdem ich zehn Minuten zu Fuß entfernt gewohnt habe. Internationale Arthousefilme und kanadisches Kino im Original, gutes Popcorn irgendwo zwischen süß und salzig und eine Mitgliedschaft, mit der die Karte nur noch 7 Dollar (etwa 4,50 Euro) kostete haben mir das Bytowne ans Herz wachsen lassen. // This cinema was my favorite movie theatre, especially since I lived in ten minutes walking distance. International art house films in their original language, great popcorn somewhere between sweet and salty and a membership with which the ticket was only 7$ (about 4,50 Euros) made me grow very fond of the Bytwone.

Mayfair Theatre – Auch im Mayfair kommt man als Freund des Indiekinos auf seine Kosten. Aber auch Blockbuster und Kultfilme laufen in dem mit Sofas und allerlei trashigem Dekokram ausgestatteten Kino. Die Rocky Horror Picture Show hat hier genauso ihren monatlichen Vorführungstermin wie der „schlechteste Film aller Zeiten“, The Room. // The Mayfair offers everything a friend of indie cinema is longing for. But there is also blockbusters and cult classics being shown at the place which is filled with trashy decoration and couches. The Rocky Horror Picture Show has its monthly screening as well as the „Citizen Kane of bad movies“, The Room.

Invisible Cinema – Auf der Suche nach den versteckten Schätzen des Filmuniversums kommt man an kleinen Videotheken nicht vorbei. Auch Ottawa hat so eine Perle, die vom Trashkino über Autorenfilme und Dokus alles führt, was man sich als Filmfreund wünscht. // You can’t get pass little video rental stores when you’re looking for the hidden gems of film universe. Ottawa has a place like that too, and the film aficionado can find everything from trash films to auteur cinema and documentaries here.

Nächstes Mal // next time: Rausgehen // Outdoor, Kaffee // Coffee, Bücher // Books …

 

 

In diesem Jahr ist die Jury des Filmfestivals in Cannes mehrheitlich mit Frauen besetzt, das ist eine gute und überfällige Sache für die Filmkunst. Jane Campion steht an ihrer Spitze, ihre beeindruckende Miniserie Top of the Lake möchte ich wirklich jedem ans Herz legen. Ein Fan des Petitions- und Boykottaufrufs von vor zwei Jahren, als es keinen Film einer weiblichen Regisseurin im Wettbewerb gab, bin ich nicht, da er erstens allein die Arbeit von Regisseuren in den Fokus stellt und nicht danach schaut, welchen Anteil Produzentinnen, Autorinnen oder Editorinnen an der im Wettbewerb laufenden Filme haben, und zweitens der – auch mit Frauen besetzten – Jury eine mutwillige Ignoranz gegenüber weiblichen Regisseuren unterstellt. Wichtig ist es aber, auf das Missverhältnis von Männern und Frauen in der Filmwirtschaft aufmerksam zu machen.

Neben der aktiven Rolle von Frauen in Film und Fernsehen als Produzentinnen, Regisseurinnen oder Schauspielerinnen, interessiert mich natürlich auch ihre Repräsentation als Figuren in Geschichten und die Bilder, die darüber von Frauen gezeichnet werden. In letzter Zeit hatte ich häufig diese Gedanken: Warum spielt in diesem Film oder dieser Serie eigentlich ein Mann die Hauptrolle, und nicht eine Frau, obwohl die Geschichte beide Geschlechter gleichermaßen betrifft? Warum empfinden wir es als normal, vor allem männliche Protagonisten im Kino zu sehen? Was würde sich an diesen Geschichte – oder an unserer Wahrnehmung derselben – verändern, wenn eine Frau seinen Part übernehmen würde? Die universellen Geschichten im Kino werden noch immer mit Männern in der Hauptrolle erzählt, weibliche Protagonistinnen in Filmen sind nach wie vor in der Unterzahl. Der Bechdel-Test hat geholfen, zahlenmäßig auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, indem er Filme aufzeigt, in denen mindestens zwei Frauen vorkommen, die miteinander über etwas anderes als Männer reden. Allerdings taugt er nicht dazu, ein frauenzentriertes und trotzdem universelles Kino zu identifizieren, da er nicht untersucht, wer die zentral handelnde Figur in dem Film ist und worum genau es sich in den Dialogen dreht.

Auch sind Filme, die sich nicht notwendigerweise mit „weiblichen Themen“ wie Heiraten oder Kinderkriegen auseinandersetzen und trotzdem eine Frau in der Hauptrolle haben, rar. Sicherlich erzählt ein frauenzentriertes Kino Geschichten anders – und andere Geschichten – als ein von männlichen Protagonisten dominiertes, es fehlt aber immer noch die Vielfältigkeit im Kino der Frauen, die sich abseits von konventionellen Rollenbildern bewegt. Ich möchte Garden State und Drive aus weiblicher Sicht sehen, ohne darüber nachzudenken, dass ich sie aus weiblicher Sicht sehe. Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Haund The Hour. Ich habe genug vom Macho-Kino, in denen Frauen nur als schönes, manchmal gar rein dramaturgisches Beiwerk neben den virilen Helden stehen. Ich möchte mehr Statements wie dieses von Olivia Wilde. Ich möchte mehr Reden wie diese von Cate Blanchett und anderen klugen Schauspielerinnen. Und ich möchte, dass mehr Männer den Mut haben, Filme über Frauen zu sehen! //

 

The jury at Cannes International Film Festival will have a majority of women this year, which is great and overdue. It is led by Jane Campion, whose impressive mini series Top of the Lake I deeply recommend to everybody. I wasn’t a fan of the call for petition and boyvott two years ago, when the competition didn’t have a single film directed by a woman because it a) centers the work of directors only and disregards the share of female producers, writers and editors on the films at Cannes, and b) imputes that the jury, which also had female members, willingly ignored the works of female directors. But it is important to raise awareness for the misproportions concerning men and women in film industry.

Besides the active part women play in the film industry as producers, directors or actresses I’m very interested in the representations as characters in stories and the images of women these stories convey. Lately I had one thought especially: Why is it actually a man playing the leading part in a film or a TV show, and not a woman, although the story affects both? Why do we perceive it as the standard to see male protagonists on the big screen? What would change in these story – or in our perception of it – if a woman was to play the part of the man? Universal stories are still cast with man in leading roles, female protagonists are still a minority. The Bechdel test helped to statistically show this deficiency in identifying films that have at least two women in it talking to each other about something else than men. But it is not suited for recognizing a women-centered but also universal cinema since it does not analyse which sex the protagonist has and what the dialogues actually are about.

Also, films that do not necesseraly address women topics like marriage or motherhood but have a female protagonists are quite rare. A women-centered cinema certainly tells stories differently – and different stories – than one dominated by male protagonists, but it still lacks a diversity in women’s cinema that addresses topics besides conventional role models. I want to watch Garden State and Drive from a female perspective without knowing it. i want more Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Ha und The Hour. I’m fed up with a cinema of machismo that shows women as beautiful or even dramatical devices standing next to the hero. I want more Statemenst like this one from Olivia Wilde. I want more speeches like this one from Cate Blanchett and other smart actresses. And I want more men to have to guts to go and watch films about women!

Bytowne-CinemaErster Kinobesuch in Kanada: Am vorletzten Sonntag ging es ins ByTowne Cinema, einem kleinen gemütlichen Kino in der Nähe von Byward Market, in dem hauptsächlich Arthouse gezeigt wird. Mein Ziel war allerdings Austenland. Keine große Kunst, aber gute Unterhaltung für den Ausklang des ersten Wochenendes, quasi die sonntägliche Portion Rosamunde Pilcher. Ähnlich kitschig beginnt nämlich auch diese romantische Komödie um Jane, die nach Austenland fährt, um in die Welt ihrer Lieblingsautorin einzutauchen. Allerdings bietet die Einrichtung mehr als nur Kostümierung und Benimmregeln, denn eine Romanze mit dem vermeintlichen Mr. Darcy wird garantiert.

Jane soll realitätsfern und verträumt sein, aber dass die anwesenden Herren Nieten sind, stellt sie dafür doch realtiv schnell und pragmatisch fest. Der Film lebt ohnehin eher von Situationskomik als von übergreifender Logik oder gar Spannungsdramaturgie. Vieles wirkt lapidar inszeniert, manchmal auch improvisiert und Tempo kommt sehr langsam auf. Das hat die Regisseurin und Drehbuchautorin Jerusha Hess bei ihrem Script zu Napoleon Dynamite noch besser hinbekommen. Doch der Film spricht auch wahre Worte. Er zeigt, welche Blüten dem Jane Austen-Hype wachsen könnten: kommerzielle Aushöhlung bis zur reinen Oberflächlichkeit, Traummaschinerie ohne Boden und Reduzierung der komplexen Romane auf massentaugliche Formeln. Da passt Jane dann mit ihrer Selbstbestimmtheit als positive Gegenbewegung wieder gut rein.

My first movie in a Canadian film theatre! I went to ByTowne Cinema last Sunday. They mostly show arthouse films but I wanted to see Austenland. Not much of an art film, but some nice entertainment for the end of my first weekend. Similiar to a Rosamunde Pilcher film (which you can see in German TV every Sunday evening) this romantic comedy starts with a cheesy story about a girl called Jane that wants to go to Austenland to dip into the world of her favourite author. But this experience offers more that just costumes and etiquette: a romance with the supposed Mr. Darcy is included.

Jane is supposed to be a dreamy character but she finds out pretty quick that all men in Austenland are failures. The film lives more by its slapstick elements than by an overall logic or dramatic structure. Lots of things are clumsily directed and look improvised at times. The director and writer Jerusha Hess did a better job on her script for Napoelaon Dynamite. But anyways the films is telling the truth at some points. It shows the consequences that the Jane Austen hype will lead to: commercial exploitation up to superficiality, dreamproducing machinery without any substance and cutback of the complex novels down to formulars suitable for masses. So self-determined Jane seems to fit in well as she is a positive contradiction to these patterns.

Bytowne-Cinema_Curtain

Zollhafen_MainzEs ist endlich Sommer draußen! Obwohl ich selbst ja eher ein Winterfreund bin und lieber die Kühle als die Hitze mag, bin ich bis jetzt doch schwer begeistert vom warmen Wetter. Es gibt dabei eigentlich nichts Schöneres, als sich mit netten Menschen und einem kühlen Bierchen an den Rhein zu setzen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Oder… man setzt sich vors heimische Kino und schaut sich den Sommer im Film an.

Es gibt Weihnachtsfilme und Winterfilme, aber geschwitzt wird im Kino viel zu selten. Und darüber gesprochen wird erst recht nicht. Ich hatte zwar mal ein Seminar zur Atmosphäre im Film, da ging es wirklich auch ums Wetter, aber die Art wie dort über Wolken und Winde diskutiert wurde, passte irgendwie auch nicht so ganz zum Sommer. Dabei existieren doch Filme, die Schwüle, Badengehen und lange Abende nicht nur abbilden, sondern auch dieses ganz bestimmte Gefühl, welches es nur im Sommer gibt, zum Thema machen. Die Süddeutsche hatte letztes Jahr auf ihrer Website eine Sammlung Sommerfilme gepostet, deren Auswahl ich aber ziemlich willkürlich fand. Hier daher meine persönlichen Lieblingssommerfilme, ohne Hierarchie, versteht sich.

Do The Right Thing (USA 1989, R: Spike Lee)

„And that is the truth, Ruth!“ Im New York der späten 80er kochen nicht nur die Temperaturen hoch, sondern auch die kulturellen Unterschiede, die sich im extraheißen Melting Pot der Stadt treffen.

Sommer vorm Balkon (Deutschland 2007, R: Andreas Dresen)

Kaum ein Film beschreibt schöner, wie der Sommer in Berlin zwischen absolutem Hochgefühl und dunklen Regenwolken pendeln kann. Und wieder funktioniert Dresens Blick für die kleinen Geschichten in der großen Stadt.

Days of Heaven (In der Glut des Südens, USA 1978, R: Terrence Malick)

Dieser Film lebt vom Sonnenuntergang, vom Getreide, das sich auf den Feldern wiegt und vom Schweiß, der den Arbeitern nach einem langen Tag im Gesicht klebt. Poetisch und melancholisch. Typisch Malick eben.

Alle Anderen (Deutschland 2009, R: Maren Ade)

Der Deutschen liebste Jahreszeit – der Urlaub – kann ganz schön ausarten, wenn man sich fernab von Zuhause mit allen den Problemchen und Problemen konfrontiert sieht, die sonst im Dunst des Alltags untergehen.

Les amants (Die Liebenden, Frankreich 1958, R: Louis Malle)

Ein Geniestreich von Malle, der hier mit konventionellen Werten bricht. Ab Minute 56 gibt es eine der schönsten Liebesszenen des Kinos in einer milden Sommernacht, mit ganz viel savoir vivre.

The Virgin Suicides (USA 1999, R: Sofia Coppola)

Something completely out of touch with reality. Das ist dieser Film wohl. Lichtreflexe und Pastellfarben haben einen entscheidenen Anteil daran, diese unwirkliche Sommerwelt amerikanischer Vororte zu beschreiben. Immer noch mein liebster Film von Sofia Coppola.

Mitfahrer (Deutschland 2004, R: Nicolai Albrecht)

Im Sommer ist man potentiell mehr auf Straßen unterwegs, in den Urlaub, an den Badesee, ans Meer. Dabei kann es ganz schön anstrengend sein, in so einer viel zu heißen Blechkiste festzusitzen, noch dazu mit Fremden. Kitschiger Untertitel, aber ein gelungener deutscher Film.