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Unterwegs

„Du musst ins Fenway Park Stadion – also, wenn du Baseball magst“ – So der Tipp eines kanadischen Freundes, als ich ihm erzählte, dass ich für ein paar Tage nach Boston fahre. Nun bin ich leider kein Baseball-Fan, ich mag eher Bücher. Auch davon hat Boston welche zu bieten, besser gesagt, Cambridge, die kleine Stadt nordwestlich von Boston, die die berühmte Harvard beherbergt. Daraus speist sich auch meine Vorstellung vom Großraum Boston: sauber, geschichtsträchtig, eher weiße Mittelschicht als Melting Pot. Ein Abgleich musste her! //

„You gotta go to Fenway Park – that is, if you like baseball“ – That was the hint a Canadian friend gave me when I told him about my plans to visit Boston for a couple of days. I’m not a baseball fan, I’m more into books. Boston also has a lot of those, more precisely, Cambridge, a small city northwest of Boston where the infamous Harvard University is located. This is where my image of metropolitan area Boston comes from: clean, steeped in history, more white middle class than melting pot. I wanted to put it to a test!

Boston: Charles RiverFenway ParkHarvard: Annenberg Hall-15 Grad CelciusOld State HouseBoston HarbourEs ging los mit Harvard, diesem so stark besetzen Ort von Wissen und Weisheit – und Eliten. In Echt: Es ist auch eine ganz normale (aber natürlich private) Uni, wie ich schnell über den Mythos Harvard aufgeklärt wurde. Das machte es nicht weniger spannend, über den Campus zu schlendern. Der ist schon wirklich sehr schön und vielfältig, beherbergt zum Beispiel neben Instituten auch einige Museen. Und wer kann schon von sich behaupten, in einer Mensa zu speisen, die aussieht wie bei Harry Potter: Annenberg Hall heißt der an englische Universitäten angelehnte Saal, in dem der Studi sein Mittag hinterschlingen kann (oder vielleicht doch eher genießen, bei dem Ambiente). Meines nahm ich in der Mensa der Harvard Law School zu mir, vielleicht saß ich ja am selben Tisch wie damals Barack Obama? Wer weiß es schon… Ein bisschen Snobismus musste dann aber doch noch sein: Die Gebäude der Harvard Business School muteten eher wie ein Fünf-Sterne-Hotel an als wie eine Universität. Holzgetäfelte Hörsäle mit Namensschildern für jeden Studierenden, private Arbeitsbuchten in den teppichgedämpften Gängen, Bibliothekshallen so hoch wie Kirchenschiffe. Zum Glück ist Cambridge selbst ein hübsches kleines Städtchen, das vom vielfältigen Geist der allgegenwärtigen Uni lebt. Überall Studenten, die haben natürlich immer noch Hunger, auch auf Kuchen. Petsi Pies bietet da eine gute Möglichkeit, sich den Wanst mit herrlichem Chocolate Pecan Cake und Apple Pie vollzuschlagen. //

Harvard was the starting point, the place strongly connected to knowledge and wisdom – and elites. In reality it also is a normal university (but a private one, of course), as the myth of Harvard was explained to me. That didn’t make it less exciting to walk across campus. It really is beautiful and diverse, there are some great museums next to scientific institutes. And who can say of himself to dine in a cafeteria looking like right out of a Harry Potter novel: drawing from English university architecture, Annenberg Hall is the place where students can gulp down their lunch (or maybe even enjoy it, considering the atmosphere). I had mine at Harvard Law School. Maybe I was even sitting in the same spot as Barack Obama back in the days? Who knows… Of course, there had to be a little bit of snobbery: Harvard Business School rather looks like a five star hotel than like a university. Wood-paneled auditoriums with name tags for every student, private working booths in the hall muted by carpets, library halls as huge as churches. Fortunately Cambridge is a nice little town living of the diverse spirit of the university. There are students everywhere, and they are still hungry, of course also for pie. Petsi Pies offers a great option to fill your belly with marvelous chocolate pecan cake and apple pie.

Campus Impressions Campus ImpressionsCampus ImpressionsCampus ImpressionsAm zweiten Tag ging es nach Boston. Im Museum of Fine Arts, aufgesucht natürlich wegen der Kunst drinnen und noch besser befunden wegen des Schutzes vorm starken Schneetreiben draußen, beeindruckten mich vor allem die ausdrucksstarken Porträts des amerikanischen Künstlers John Singer Sargent. Beim anschließenden Stadtbummel ließ das Beeindrucktsein nicht nach: Vom pittoresken Viertel Beacon Hill gelangt man in den zu dieser Jahreszeit (Ende Februar) sehr verschneiten Boston Common, einem großen Park im Herzen der Stadt. Schlängelt man sich auf dem Freedom Trail, dem Spazierpfad durch Bostons und Amerikas Geschichte, durch den wolkenkartzerbebaute Finanz- und Regierungszentrum, landet man schließlich im North End, dem Little Italy Bostons, in dem sich ein Restaurants ans nächste reiht. Hier sind unbedingt die sehr schmackhaften, echt italo-amerkanischen Cannoli bei Mike’s Pastry zu probieren, um sich für den Heimweg zu stärken, denn die Fülle an Eindrücken lässt nicht nach. Historisches und Modernes existiert auf engstem Raum nebeneinander, der Diner neben dem Edelrestaurant, die Philharmonie neben dem Off-Theater. Am Hafen entsteht mediterranes Flair (bis auf die Temperaturen) und der Charles River mit seiner langen Uferpromenade lädt zum Lustwandeln ein. Boston ist ein ganz eigener Schmelztiegel. Und der kocht immer noch. //

The second day was about Boston. The Museum of Fine Arts was highly anticipated for its great collection inside but also for offering shelter from a snow storm outside. I was really impressed by the portraits of American painter John Singer Sargent and I continued to be impressed during my walk through the city: It led from pitoresque neighborhood Beacon Hill to a big park in the center of the city, Boston Commons. At this time of year (end of February) it was all covered with snow. Through skyscrapers of financial and governemernt district you can follow the Freedom Trail which leads to important landmarks of the city’s influental history. Finally you reach North End, the Little Italy of Boston, where there is one restaurant after the other. You gotta try the real tasty Italo-American cannoli at Mike’s Pastry to brace yourself for the way back. There is still so much to see. History and present exist very close to each other, a diner next to a fancy restaurant, the philharmonic hall next to an off beat theater. The harbour almost has Mediterranean flair (except for the temperature) and the Charles River and its esplanade offers a great space for strolling around. Boston is its own kind of melting pot. And it’s still cooking.

Boston CommonBuy Film Not MegapixelsMuseum of Fine ArtsMike's PastryChinatownCharles RiverStreet ImpressionsDowntownRathaus - City HallSchaukeldino - Swing DinosaurMassachusetts State House - Sitz des Gouverneurs - Governor's OfficePelziger Freund - Friend with fur Open-Air-Bühne Hatch Memorial ShellStreet ArtStreet ImpressionMake History - Charles River

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Jetzt kann ich auch sagen: I ♥ NY! Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ich dachte, dass unsere Reise nach New York seltsam werden könnte, dass die Stadt unberührbar und unwirklich ist. Immerhin hat man so viele Bilder von ihr, als bestünde sie selbst nur aus Popkulturmythen unterschiedlichster Coleur. Aber vielleicht liegt genau darin das typische New York-Flair: Es hält für jeden etwas bereit. So hat The Big Apple auch uns mit offenen Armen empfangen und wir wollten gar nicht mehr aufhören, reinzubeißen. Besser aber noch als der große Apfel Manhattan hat mir der kleine Apfel Brooklyn geschmeckt. Bevor es deshalb mit ganz vielen Fotos losgeht, gibt es kurz dieses schöne Lied mit dazugehörigem schönen Video, der sehr gut meine Stimmung widerspiegelt (obwohl man in den Lyrics Paris durch Ottawa und Regen durch Schnee ersetzen müsste). Meine Begleitung war übrigens die bezaubernde Anna, dank der ich schon viele neue Einsichten in die kanadische Seele erhalten habe. //

Finally I can say: I ♥ NY! I have to confess that I didn’t expect it or at least not to this extend. I assumed our trip to New York could be strange in a way that the city might be untouchable, unreal. After all there are so many images about the city as if it only consists of very different pop culture myths. But maybe this is the New York vibe: There is something for everybody. So The Big Apple welcomed us with open arms and we couldn’t stop tasting it. Compared to the big apple Manhattan I liked the small apple Brooklyn even better. So before I start with lots of pictures there is this lovely song with a lovely video that really reflects the state I’am in (although you would have to replace Paris with Ottawa and rain with snow in the lyrics). My company was the charming Anna to whom I am grateful for all the new insights into the Canadian soul.

Eigentlich darf ich gar nicht sagen, dass mir ganz Brooklyn gefällt, denn der Bezirk ist riesig und der kleine Teil, den wir besuchten, eben auch ausgesprochen schön. Unsere Bleibe lag im hippen Williamsburg an der Bedford Avenue und war nichts weniger als ein ein großes, toll eingerichtestes Loft und überhaupt die beste Unterkunft dank unserer tollen Hosts Cara und Keenan. Von dort aus war man in 30 Minuten überall: Downtown, Midtown, Uptown. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich das U-Bahn-System ziemlich schnell kapiert und spielte daher Navigator. Mein Kompass führte uns zum MoMA, zum Rockefeller Center mit großen Weihnachtsbaum, Central Park, Guggenheim Museum, Brooklyn Bridge Park, Flohmarkt, Strawberry Fields … Aber die eigentlichen Highlights lagen um die Ecke. Es waren die Cafés und Restaurants, die mich am meisten begeisterten, vielleicht auch, weil es uns meist per Zufall in sie verschlagen hat: The River Deli, ein unheimlich hübsches und einladendes italienisches Bistro, Kasia’s Diner, in der uns die polnische Besitzerin erst mürrisch und dann immer netter werdend Pierogi servierte, oder das Cubana Social, das uns an einem verschneiten Sonntagnachmittag mit Espanadas aufpäppelte. Nicht zu verachten waren auch die beiden Clubs, in denen wir uns die Füße wundgetanzt und Ohren mit Musik gefüllt haben: Cameo und Baby’s All Right. Williamsburg ist einfach eine Welt für sich, kreativ und aufgregend. Es fehlt mir jetzt schon, aber ich komme wieder, soviel steht fest! //

Actually I’m not allowed to say that I liked all of Brooklyn because the borough is huge and the part that we have been to is markedly nice. Our place to stay was in the hip neighbourhood of Williamsburg at Bedford Avenue. It was nothing less than a huge and well furnished loft and the best place ever thanks to our great hosts Cara and Keenan! From there it took 30 minutes to anywhere: downtown, midtwon, uptown. To my suprise I understood the subway system right away so I became our navigator. My compass led us to MoMA, Rockefeller Center with its huge Christmas tree, Central Park, Guggenheim Museum, Brooklyn Bridge Park, flea market, Strawberry Fields … But the true highlights were just around the corner. It was the cafés and restaurants that really made my day, maybe also because we mostly came across them by accident: The River Deli, a warm and inviting Italian bistro, Kasia’s Diner, in which the first grumpy than friendly Polish owner served us pierogi, or Cubana Social, that nursed us with espanadas on a snowy Sunday afternoon. Not to mention the two nightclubs we spent time dancing and listening to good music: Cameo and Baby’s All Right. Williamsburg is its own universe, creative and exciting. I miss it already but I’ll be back, that’s for sure!

Wer’s noch nicht weiß: Zur Beschreibung mit der Maus über die Bilder fahren. // For those who don’t know yet: to get the picture’s description just mouse over.

Oh my, NY!Weihnachten am Rockefeller Center - Christmas at Rockefeller CenterIm MoMA: Max Ernst ist einfach der beste: Mondspargel - At MoMA: Max Ernst is simply the best: Lunar AsparagusAm Central ParkGandalf wartet auf ein Taxi am Times Square - Gandalf waiting for cab on Times Square Brooklyn BridgeArchitektonische Kontraste - Architectural contrastsDreierlei Butter: Kräuter, Zitrone und Himbeere - Three kinds of butter: herbs, lemon and raspberryBewölkt - Cloudy: Empire State of Mind? Flohmarkt in Williamsburg - Flea Market WilliamsburgBrooklyn Bridge ParkThe River Deli Backpacking in New YorkEin nebliger Tag für die Freiheit - A foggy day for libertyBlaue Stunde am Guggenheim Museum - Blue hour at Guggenheim Museum70 - Cubana SocialDowntown ManhattanStrawberry Fields: John Lennon Memorial, 9.12.Im Guggenheim: Christopher WoolNoch ganz nackig - They feel so nakedDie Kunst des Dekorierens - The art of decorationTodd English FoodhallBlick zum Freedom Tower - View to Freedom Tower Ümlaut PowerAt MoMA: Pablo Picasso: Les Desmoiselles d'AvignonBlick von der Brooklyn Bridge - View from the Brookly Bridge