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Lichtspielhaus/Flimmerkiste

Podiumsdiskussion über die Frauenquote im Regiefach an der Kunsthochschule für Medien Köln. Reges Interesse, auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl Männer hatten sich im Publikum versammelt. Wie so oft bei diesem Thema, kochten auch hier die Emotionen hoch. Und da die Diskussion nun speziell um die Filmbranche kreiste, in der ich ausgebildet werde, in die ich also mit Tatendrang strebe und die ich weiterentwickeln und verändern will, kann ich mich diesen Emotionen auch nicht entziehen. Man sitzt da und ärgert sich. Natürlich habe ich mich nicht über Anke Domscheit-Berg geärgert, die ein Glücksfall für die Veranstaltung war, jedes Argument mit Fakten und Zahlen untermauern konnte und die sich glücklicherweise nicht mit der Neutralität einer Moderatorin abgefunden hat. Natürlich habe ich mich auch nicht über Connie Walther, die Pro Quote Regie vertreten hat, und die anderen Befürworterinnen geärgert. Eigentlich ärgere ich mich auch weniger über Personen, als über ihre Einstellung und das Fehlverständnis, das immer noch in Bezug auf die Frauenquote herrscht.

Ärgerlich ist, dass die Quote nach wie vor negativ belegt ist – vor allem mit dem Gedanken, dass dann mit Regisseurinnen zusammengearbeitet werden muss, die die Redakteure und Produzenten nicht kennen, was einen Qualitätsverlust zur Folge hat. Und das man keiner Frau zumuten möchte, eine Quotenfrau, quasi ein Lückenfüller zu sein. Natürlich geht es in der Film- und Fernsehbranche viel um Vertrauen, man arbeitet oft mit Bekannten zusammen, man kennt sich, so weit ist das Feld nicht. Mehr noch hat es aber mit Zutrauen zu tun. Das eine ist zwischenmenschlich, das andere fachlich. Frauen will man von Entscheiderseite (in den Sendern) offensichtlich noch nicht so viel zutrauen, viel mehr will man ihnen vertrauen, daher hat es eine kompetente Regisseurin, die man aber nicht kennt, schwer.

Das Frauen sich zu wenig zeigen, zu wenig auf sich selbst aufmerksam machen, zu wenig netzwerken? Mag sein, es darf ihnen aber nicht ausschließlich selbst angelastet werden. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen: Entscheider ihren Blick erweitern, Kreative lauter Aufmerksamkeit einfordern. Mit der Quote wird genau das erreicht: Dass man sich bewusst und aktiv damit auseinandersetzt, was Frauen filmisch schaffen. Es darf dann eben nicht mehr die Liste mit den fünf männlichen Regisseuren aus der Schublade gezogen werden, die man schon gut kennt. Nur so können Automatismen und Gewohnheiten aufgebrochen werden. Das bedeutet natürlich mehr Arbeit, aber die müssen wir leisten. Denn sie lohnt sich! //

A panel discussion about the women’s quota in directing at the Academy of Media Arts Cologne. Lots of listeners, and quite a number of men have gathered. As always when it comes to the quota, feelings are running high. I cannot exclude myself from these feelings since I’m training to be a TV editor, since I love the media industry and since I want to make a difference, change things. I sat there, and I was angry. Of course I didn’t get angry at Anke Domscheit Berg who was a gain to this event because she added numbers and facts to every argument. Fortunately she didn’t stick to her role as a neutral leader of discussion. Of course, I didn’t get angry at Connie Walther who represented Pro Quote Regie and the other proponents. Actually I get less angry at people than at the attitude towards and misguided understanding of the quota.

It’s annoying that the quota for women still has a negative taste. Working with unknown female directors leading to a decrease of quality seems to be the biggest proviso editors and producers have concerning the quota. Also they don’t want to call any woman the quota woman, the one who fills the void. Of course, it is all about trust in film business, you work with acquaintances, people know each other. But there’s one thing even more important: confidence. The former is interpersonal, the latter functional. Influencers at TV stations still hesitate to have confidence in women’s skills, trust is more important to them. So it’s hard for a capable female director to enter into a business relation, when no one knows her.

People say that women are less determined when it comes to networking and drawing attention to themselves. That’s true but they are not solely responsible for it. Both parties need to get closer: influencers need to expand their perspective, creatives need to demand their attention. The quota will make one thing happen: an active and aware engagement with the artistic products women create. To bring up the list of male directors who are known by the influencers won’t be an option. That’s the only way to break habits and automatisms. Of course, this means there is a lot of work to do but this work needs to be done. It’s worth it!

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Karge Landschaft – es beginnt mit eindrucksvollen Aufnahmen des Meeres, des Strandes, der Felsen, peitschend, grau, unerbittlich. Karges Leben – das Haus von Kolja steht direkt an der Küste, er soll es verlieren, so will es der Bürgermeister. Kolja bäumt sich dagegen auf, doch der Bürgermeister ist unerbittlich, wie die See. Für Kolja und seine Familie gibt es keinen Ausweg aus diesem Schicksal. Und wenn dann doch jemand einen Ausbruchsversuch unternimmt, wie Koljas Frau, dann wird sie dafür bestraft, denn auch Kolja kann unerbittlich sein. Wodka wird viel getrunken in diesem Film, und die Mächtigen wissen ihre Macht gut auszunutzen, um ihren Untertanen zu schaden. Soweit entspricht alles dem Bild, dass man in der westlichen Welt von Russland hat. Doch zeigt sich hier eher, wie sich der Einzelne gegen Autoritäten zu wehren versucht. Oben drüber ist es eine bild- und klanggewaltige Parabel über die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben, irgendwo, wo das Meer kein Ungeheuer beherbergt.//

Bleak landscape – in the beginning there are impressive shots of the sea, the beach, the rocks, lashing, grey, relentless. Bleak life – Kolja’s house is located directly at the seaside. He is supposed to lose ist, it’s the mayor’s wish. Kolja rebels against this plan like but the mayor is relentless like the sea. There is no escape from this fate for Kolja and his family. And if somebody tries to break out of this life like Kolja’s wife, she will be punished for Kolja can be relentless too. They drink a lot of vodka in this film and the powerful know how to use their power in order to harm their subjects. This goes along with the picture of Russia painted in the Western world. But the focus is on the individual, rising up against authorities. Beyond this it is a beautifully shot parable about longing for an autonomous life, somewhere where the sea is not home to a monster.

Eigentlich sollte heute hier ein Text über die Bedeutung von Maskerade und Verkleidung als Ausdruck von Widerstand und Rebellion im Nachwendekino stehen. Mein Beitrag zum Mauerfalljubiläum muss allerdings noch auf sich warten lassen, es fehlt zwischen Arbeit und Bewerbungen schreiben einfach die Zeit, um einen langen Text zu verfassen, mit dem ich Anlass und Thema entsprechend würdigen kann. Denn sie liegen mir wirklich sehr am Herzen, das Nachwendekino und seine Geschichten, die Wende, die Beschäftigung mit der DDR. Zumal das auch die Beschäftigung mit meiner eigenen Familie und ihrer Geschichte ist. Darum soll hier bald ein guter Text stehen, mit Herzblut und Sorgfalt geschrieben. Bis dahin lasse ich eine andere Kunst (und meinen liebsten Nachwendefilm Sonnenallee) sprechen, die wie keine andere Widerstand und Rebellion in sich trägt: Rockmusik!

There was supposed to be a text here today about the meaning of masquerade and disguise as expression of resistance and rebellion in the post turnaround cinema. But my contribution to the fall of the Berlin Wall has to be delayed, there’s just no time between work and applications to write a long text that serves the occasion and the topic. For they are very important to me: post turnaround cinema and its stories, the turnaround itself and the preoccupation with East Germany. Especially since it is a preoccupation with my own family and its history. This is why there will be a good text here soon, written with dedication and attention. Until then I present another art form (and my most favorite post turnaround film Sun Alley), one that embodies resistance and rebellion like no other: rock music!

 

Heute startet Oh Boy in den USA – unter dem hippen Titel A Coffee in Berlin. Indiewires Kritik vergleicht den Publikumsliebling von Jan Ole Gerster mit Noah Baumbachs Frances Ha. Das musste ich mir durch den Kopf gehen lassen. Die Ähnlichkeiten der beiden Filme sind mir noch nie aufgefallen, obwohl sie auf der Hand liegen: Beide erzählen in Schwarzweiß Geschichten über mehr oder minder orientierungslose Twentysomethings in sehr angesagten Großstädten. Soweit, so offensichtlich, ein Vergleich funktioniert zumindest ästhetisch. //

Today, Oh Boy will be released in the U.S. – with the hip alternate title A Coffee in Berlin. The review on Indiewire compares the popular film by Jan Ole Gerster to Noah Baumbach’s Frances Ha. I really needed to give that some thoughts. The similarities never occured to me, although they are very clear: Both films tell stories in black and white about twentysomethings living in cool urban centres and seeking – more or less – orientation. Obviously the comparison works when it comes to the aesthetics.

Beide Filme sind 2012 produziert, von einem Einfluss des einen auf den anderen kann man also kaum sprechen. So begann dann auch mein Grübeln, was die inhaltlichen Gemeinsamkeiten angeht. Frances Ha fand ich großartig, Oh Boy gut. Einerseits könnte man argumentieren, dass ich Frances‘ weibliche Perspektive besser nachvollziehen kann als die von Niko, andererseits ist mir sein Weg durch Berlin sehr viel vertrauter als ihr Wohnort New York. Beim genauen Hinschauen offenbaren sich dann noch mehr Unterschiede. Während Niko teilnahmslos durchs lebendige Berlin streift, innerlich verzweifelt, weil er keine Entscheidung treffen kann, ist Frances nie passiv, sondern fast zu schnell für alles, was sie anpackt. Überfordert Niko schon die Bandbreite an Kaffee im Prenzlauer Berg, bucht Frances einfach einen Wochenendtrip nach Paris, den sie zum Ausgleich ihres Energieüberschusses glatt verschläft. Wo Frances‘ soziale Interkationen offen und unbedarft sind, weiß man bei Niko nie, wonach er bei Menschen sucht. Seine Begegnungen bleiben kleine Geschichten am Rande. Umso mehr wird in Oh Boy versucht, die Nebenfiguren ins Typenhafte zu ziehen und ihnen dadurch eine schnell greifbare Tiefe zu geben, inklusive einer sehr deutschen Geschichtsstunde am Ende. Die Charaktere, mit denen Frances verkehrt, sind ebenso randständig für die Erzählung, aber sie haben einen individuelleren Anstrich. //

Both films were made in 2012 so there cannot be an influence from one on the other. That made me think about the similiarities when it comes to the story. I considered Frances Ha a great movie, and Oh Boy a good one. One could argue, one the one hand, that I can better relate to Frances‘ female perspective rather than to Niko’s, on the other hand I am more familiar with his way through Berlin than with her living in New York City. Looking closely, there are even more differences. While Niko is drifting lethargically through lively Berlin, desperate on the inside because he is not capable of making decisions, Frances never appears to be passive, she rather is too fast for everything she starts. Whereas Niko is overwhelmed with the range of coffee offered in Prenzlauer Berg, Frances just books a weekend trip to Paris, which she eventually misses out on by oversleeping to even out her surplus on energy. Frances‘ social interactions are always honest and without ulterior motives, with Niko you never know what he is looking for in others. His encounters are brief stories at the margins. All the more the people he meets are shown as stock charakters, thus giving them some depth that can be perceived easily, including a very German history lesson at the end of the film. The people Frances is dealing with are also not very important for the story but they have more of an individual tone.

Sind beide Figuren ziellos? Ja, bestimmt. Frances und Niko suchen nach Sinn in ihrem Leben, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Und es ist spannend, wie zwei verschiedene Figuren durch die gleiche Thematik und Szenerie geführt werden. Ist junges urbanes Leben und Arbeiten überall gleich, eine global universelle Erfahrung? Darauf geben die Filme keine Antwort, denn sie sind letztendlich Geschichten über Individuen, egal ob männlich oder weiblich, und ihren speziellen Umgang mit den modernen Lebens- und Arbeitswelten der Großstadt. //

Are both chracaters aimless? Yes, for sure. Frances and Niko seek a meaning to their lives, but they do so in very differenet ways. It is exciting to watch these two very different figures being led through the same topic and scenerie. Is young urban live and work the same everywhere, a global universal experience? The films do not have an answer to this, since in the end they tell stories about individuals – no matter if they are male or female – and their very special approach to modern environments in big cities.

In diesem Jahr ist die Jury des Filmfestivals in Cannes mehrheitlich mit Frauen besetzt, das ist eine gute und überfällige Sache für die Filmkunst. Jane Campion steht an ihrer Spitze, ihre beeindruckende Miniserie Top of the Lake möchte ich wirklich jedem ans Herz legen. Ein Fan des Petitions- und Boykottaufrufs von vor zwei Jahren, als es keinen Film einer weiblichen Regisseurin im Wettbewerb gab, bin ich nicht, da er erstens allein die Arbeit von Regisseuren in den Fokus stellt und nicht danach schaut, welchen Anteil Produzentinnen, Autorinnen oder Editorinnen an der im Wettbewerb laufenden Filme haben, und zweitens der – auch mit Frauen besetzten – Jury eine mutwillige Ignoranz gegenüber weiblichen Regisseuren unterstellt. Wichtig ist es aber, auf das Missverhältnis von Männern und Frauen in der Filmwirtschaft aufmerksam zu machen.

Neben der aktiven Rolle von Frauen in Film und Fernsehen als Produzentinnen, Regisseurinnen oder Schauspielerinnen, interessiert mich natürlich auch ihre Repräsentation als Figuren in Geschichten und die Bilder, die darüber von Frauen gezeichnet werden. In letzter Zeit hatte ich häufig diese Gedanken: Warum spielt in diesem Film oder dieser Serie eigentlich ein Mann die Hauptrolle, und nicht eine Frau, obwohl die Geschichte beide Geschlechter gleichermaßen betrifft? Warum empfinden wir es als normal, vor allem männliche Protagonisten im Kino zu sehen? Was würde sich an diesen Geschichte – oder an unserer Wahrnehmung derselben – verändern, wenn eine Frau seinen Part übernehmen würde? Die universellen Geschichten im Kino werden noch immer mit Männern in der Hauptrolle erzählt, weibliche Protagonistinnen in Filmen sind nach wie vor in der Unterzahl. Der Bechdel-Test hat geholfen, zahlenmäßig auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, indem er Filme aufzeigt, in denen mindestens zwei Frauen vorkommen, die miteinander über etwas anderes als Männer reden. Allerdings taugt er nicht dazu, ein frauenzentriertes und trotzdem universelles Kino zu identifizieren, da er nicht untersucht, wer die zentral handelnde Figur in dem Film ist und worum genau es sich in den Dialogen dreht.

Auch sind Filme, die sich nicht notwendigerweise mit „weiblichen Themen“ wie Heiraten oder Kinderkriegen auseinandersetzen und trotzdem eine Frau in der Hauptrolle haben, rar. Sicherlich erzählt ein frauenzentriertes Kino Geschichten anders – und andere Geschichten – als ein von männlichen Protagonisten dominiertes, es fehlt aber immer noch die Vielfältigkeit im Kino der Frauen, die sich abseits von konventionellen Rollenbildern bewegt. Ich möchte Garden State und Drive aus weiblicher Sicht sehen, ohne darüber nachzudenken, dass ich sie aus weiblicher Sicht sehe. Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Haund The Hour. Ich habe genug vom Macho-Kino, in denen Frauen nur als schönes, manchmal gar rein dramaturgisches Beiwerk neben den virilen Helden stehen. Ich möchte mehr Statements wie dieses von Olivia Wilde. Ich möchte mehr Reden wie diese von Cate Blanchett und anderen klugen Schauspielerinnen. Und ich möchte, dass mehr Männer den Mut haben, Filme über Frauen zu sehen! //

 

The jury at Cannes International Film Festival will have a majority of women this year, which is great and overdue. It is led by Jane Campion, whose impressive mini series Top of the Lake I deeply recommend to everybody. I wasn’t a fan of the call for petition and boyvott two years ago, when the competition didn’t have a single film directed by a woman because it a) centers the work of directors only and disregards the share of female producers, writers and editors on the films at Cannes, and b) imputes that the jury, which also had female members, willingly ignored the works of female directors. But it is important to raise awareness for the misproportions concerning men and women in film industry.

Besides the active part women play in the film industry as producers, directors or actresses I’m very interested in the representations as characters in stories and the images of women these stories convey. Lately I had one thought especially: Why is it actually a man playing the leading part in a film or a TV show, and not a woman, although the story affects both? Why do we perceive it as the standard to see male protagonists on the big screen? What would change in these story – or in our perception of it – if a woman was to play the part of the man? Universal stories are still cast with man in leading roles, female protagonists are still a minority. The Bechdel test helped to statistically show this deficiency in identifying films that have at least two women in it talking to each other about something else than men. But it is not suited for recognizing a women-centered but also universal cinema since it does not analyse which sex the protagonist has and what the dialogues actually are about.

Also, films that do not necesseraly address women topics like marriage or motherhood but have a female protagonists are quite rare. A women-centered cinema certainly tells stories differently – and different stories – than one dominated by male protagonists, but it still lacks a diversity in women’s cinema that addresses topics besides conventional role models. I want to watch Garden State and Drive from a female perspective without knowing it. i want more Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Ha und The Hour. I’m fed up with a cinema of machismo that shows women as beautiful or even dramatical devices standing next to the hero. I want more Statemenst like this one from Olivia Wilde. I want more speeches like this one from Cate Blanchett and other smart actresses. And I want more men to have to guts to go and watch films about women!

Bytowne-CinemaErster Kinobesuch in Kanada: Am vorletzten Sonntag ging es ins ByTowne Cinema, einem kleinen gemütlichen Kino in der Nähe von Byward Market, in dem hauptsächlich Arthouse gezeigt wird. Mein Ziel war allerdings Austenland. Keine große Kunst, aber gute Unterhaltung für den Ausklang des ersten Wochenendes, quasi die sonntägliche Portion Rosamunde Pilcher. Ähnlich kitschig beginnt nämlich auch diese romantische Komödie um Jane, die nach Austenland fährt, um in die Welt ihrer Lieblingsautorin einzutauchen. Allerdings bietet die Einrichtung mehr als nur Kostümierung und Benimmregeln, denn eine Romanze mit dem vermeintlichen Mr. Darcy wird garantiert.

Jane soll realitätsfern und verträumt sein, aber dass die anwesenden Herren Nieten sind, stellt sie dafür doch realtiv schnell und pragmatisch fest. Der Film lebt ohnehin eher von Situationskomik als von übergreifender Logik oder gar Spannungsdramaturgie. Vieles wirkt lapidar inszeniert, manchmal auch improvisiert und Tempo kommt sehr langsam auf. Das hat die Regisseurin und Drehbuchautorin Jerusha Hess bei ihrem Script zu Napoleon Dynamite noch besser hinbekommen. Doch der Film spricht auch wahre Worte. Er zeigt, welche Blüten dem Jane Austen-Hype wachsen könnten: kommerzielle Aushöhlung bis zur reinen Oberflächlichkeit, Traummaschinerie ohne Boden und Reduzierung der komplexen Romane auf massentaugliche Formeln. Da passt Jane dann mit ihrer Selbstbestimmtheit als positive Gegenbewegung wieder gut rein.

My first movie in a Canadian film theatre! I went to ByTowne Cinema last Sunday. They mostly show arthouse films but I wanted to see Austenland. Not much of an art film, but some nice entertainment for the end of my first weekend. Similiar to a Rosamunde Pilcher film (which you can see in German TV every Sunday evening) this romantic comedy starts with a cheesy story about a girl called Jane that wants to go to Austenland to dip into the world of her favourite author. But this experience offers more that just costumes and etiquette: a romance with the supposed Mr. Darcy is included.

Jane is supposed to be a dreamy character but she finds out pretty quick that all men in Austenland are failures. The film lives more by its slapstick elements than by an overall logic or dramatic structure. Lots of things are clumsily directed and look improvised at times. The director and writer Jerusha Hess did a better job on her script for Napoelaon Dynamite. But anyways the films is telling the truth at some points. It shows the consequences that the Jane Austen hype will lead to: commercial exploitation up to superficiality, dreamproducing machinery without any substance and cutback of the complex novels down to formulars suitable for masses. So self-determined Jane seems to fit in well as she is a positive contradiction to these patterns.

Bytowne-Cinema_Curtain