Im Kino gewesen: Austenland

Bytowne-CinemaErster Kinobesuch in Kanada: Am vorletzten Sonntag ging es ins ByTowne Cinema, einem kleinen gemütlichen Kino in der Nähe von Byward Market, in dem hauptsächlich Arthouse gezeigt wird. Mein Ziel war allerdings Austenland. Keine große Kunst, aber gute Unterhaltung für den Ausklang des ersten Wochenendes, quasi die sonntägliche Portion Rosamunde Pilcher. Ähnlich kitschig beginnt nämlich auch diese romantische Komödie um Jane, die nach Austenland fährt, um in die Welt ihrer Lieblingsautorin einzutauchen. Allerdings bietet die Einrichtung mehr als nur Kostümierung und Benimmregeln, denn eine Romanze mit dem vermeintlichen Mr. Darcy wird garantiert.

Jane soll realitätsfern und verträumt sein, aber dass die anwesenden Herren Nieten sind, stellt sie dafür doch realtiv schnell und pragmatisch fest. Der Film lebt ohnehin eher von Situationskomik als von übergreifender Logik oder gar Spannungsdramaturgie. Vieles wirkt lapidar inszeniert, manchmal auch improvisiert und Tempo kommt sehr langsam auf. Das hat die Regisseurin und Drehbuchautorin Jerusha Hess bei ihrem Script zu Napoleon Dynamite noch besser hinbekommen. Doch der Film spricht auch wahre Worte. Er zeigt, welche Blüten dem Jane Austen-Hype wachsen könnten: kommerzielle Aushöhlung bis zur reinen Oberflächlichkeit, Traummaschinerie ohne Boden und Reduzierung der komplexen Romane auf massentaugliche Formeln. Da passt Jane dann mit ihrer Selbstbestimmtheit als positive Gegenbewegung wieder gut rein.

My first movie in a Canadian film theatre! I went to ByTowne Cinema last Sunday. They mostly show arthouse films but I wanted to see Austenland. Not much of an art film, but some nice entertainment for the end of my first weekend. Similiar to a Rosamunde Pilcher film (which you can see in German TV every Sunday evening) this romantic comedy starts with a cheesy story about a girl called Jane that wants to go to Austenland to dip into the world of her favourite author. But this experience offers more that just costumes and etiquette: a romance with the supposed Mr. Darcy is included.

Jane is supposed to be a dreamy character but she finds out pretty quick that all men in Austenland are failures. The film lives more by its slapstick elements than by an overall logic or dramatic structure. Lots of things are clumsily directed and look improvised at times. The director and writer Jerusha Hess did a better job on her script for Napoelaon Dynamite. But anyways the films is telling the truth at some points. It shows the consequences that the Jane Austen hype will lead to: commercial exploitation up to superficiality, dreamproducing machinery without any substance and cutback of the complex novels down to formulars suitable for masses. So self-determined Jane seems to fit in well as she is a positive contradiction to these patterns.

Bytowne-Cinema_Curtain

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