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Archiv für den Monat August 2013

Flohmarkt_1Bald bin ich hier weg und woanders. Deswegen ist es an der Zeit, mal ordentlich auszumisten und Zeug zu verscherbeln. Wegschmeißen ist für mich dabei allerdings keine Option, deswegen bleiben nur zwei Möglichkeiten: verkaufen oder verschenken. Das sind gute und schöne Möglichkeiten, die ich an dieser Stelle einmal gebündelt wiedergeben möchte.

Ersteres haben wir am Samstag ausprobiert. Beim Mainzer Krempelmarkt haben wir unseren mehr oder weniger abgedrehten Besitz zum Verkauf angeboten, darunter eine Button-Maschine, ein flauschiger Bademantel und ein River Phoenix-Fotobuch. Leider wurden wir die beiden letzteren nicht los, ansonsten hatten wir aber einen sehr erfolgreichen, sehr spannenden Samstag mit rund 480 Euro Einnahmen. Ein Stand mit vier Metern Länge kostet 25 Euro, ein Parkticket fünf Euro.

Das war Top:

• Nette Gespräche und Verhandlungsfreudigkeit (bei den meisten Leuten jedenfalls)

• Klamotten, Schmuck, Filme und CDs gingen super

• Blick auf den Rhein

• Sogar bis zum Ende um 16:00 Uhr kamen noch Leute und haben etwas gekauft

Das war Flop:

• Einmal auf dem Parkplatz kommt man so schnell erstmal nicht wieder runter, um eine zweite Fuhre Zeug einzuladen

• Viel Staub vom sandigen Gehweg an Gesicht und Körper, was irgendwann echt unangenehm war

• Überaus sozial untalentierte Flohmarktleitung vor Ort

Flohmarkt_2Über den erfolgreichen Verkauf der DVDs und CDs habe ich mich wirklich gewundert. Hätte nicht gedacht, dass an diesen Medien noch soviel Interesse besteht. Alles bin ich dabei leider nicht losgeworden, aber dafür gibt es andere Abnehmer: Bei Booklooker oder Momox kann man seine alten Bücher, Filme und Musikscheiben verscherbeln, wobei ersteres nur als Vermittlungsplattform zwischen Interessenten und Verkäufern funktioniert, zweiteres alle Medien für einen jeweiligen Preis ankauft und weiterverwertet.

Möchte man seinen Besitz lieber untentgeltlich loswerden oder reicht die Qualität zum Verkaufen nicht mehr aus, gibt es genug Möglichkeiten zum Spenden. Bücher wird man beispielsweise beim Oxfam, in den öffentlichen Bücherschränken (z.B. am Feldbergplatz und vor der vhs) oder beim Lomo los. Hier habe ich sogar einen Kaffee für meine Spende spendiert bekommen und mich dabei in ein eher schlechtes Buch vertieft. Hoffentlich werden meine gespendeten Bücher für bessere Pausen sorgen.

Mit Klamotten ist die Spende ja so eine Sache. Im Altkleidercontainer landet von mir wirklich nur noch das, was zum Wegschmeißen knapp zu schade ist. Am unterhaltsamsten sind natürlich Kleidertauschpartys unter Freunden, weil man dabei seine abgelegten Klamotten an geliebte Menschen weitergibt. Auch die Tauschpartys von Meenz Global sind eine gute Gelegenheit, den Kleiderschrank auszumisten. Es gibt aber auch eine Handvoll Vereine, die sich über aussortierte Kleidung freuen. Hier ist natürlich wieder Oxfam zu nennen, der gut erreichbar in der Mainzer Altstadt liegt und saisonal passende Spenden annimmt. Weitere Spendemöglichkeiten sind die Kleiderkammer des Sozialdienstes katholischer Frauen und der Secondhand-Shop des Verbands zur Zusammenarbeit mit Osteuropa.

Wer dann seinen Kram noch nicht losgeworden ist, der sollte ohnehin sein Kaufverhalten überdenken!

The OutsLena Dunhams Girls hat mich ja im Großen und Ganzen nicht so sehr überzeugt. Nach der just erfolgten Beendung der zweiten Staffel meinerseits konnte ich mich allerdings einiger gesteigerter Sympathien für die Serie nicht erwehren: Die Charaktere werden komplexer und die Geschichten tiefgründiger. Witziger, wenn natürlich auch weitaus mehr dem Muster einer Sitcom folgend, fand ich dann New Girl, das ich jetzt nach langem Zögern gesehen habe und das mich wirklich positiv überrascht hat. Als ich auch damit durch war, musste eine neue Serie her, möglichst bitte auch zur gleichen Thematik: junge Berufsanfänger in unsicheren oder gar nicht existierenden Arbeitsverhältnissen, Mitte bzw. Ende Zwanzig, in hippen Städten wie New York oder Los Angeles wohnend und nicht den durchschnittlichen Amerikaner repräsentierend, sondern schon einer kreativen bis alternativen Szene angehörend. Und gerne mit amourösen Verwicklungen jeglicher Couleur. Ein bisschen klingt diese Beschreibung nach Befindlichkeitsbingo, doch ich kann mich darin momentan gut wiederfinden, weshalb es mir auch Spaß macht, anderen bei ihrem steinigen Weg durchs junge Leben zuzuschauen. Zumal das Thema ja auch längst im Kino angekommen ist, siehe den gerade groß gefeierten neuen Streich von Noah Baumbach, Frances Ha.

Wie gut, dass ich am Samstag durch die ohnehin von mir geschätzte Website Flavorwire auf The Outs und Whatever this is stieß. Erstere eine siebenteilige Webserie des New Yorker Regisseurs und Autors Adam Goldman, der darin eine schöne Liebes- und Freundschaftsgeschichte inklusive aller Irrungen und Wirrungen erzählt. Mich haben vor allem der professionelle Look, die interessanten und humorvollen Charaktere und die spannende Dramaturgie samt Falltüren und Rückblenden überzeugt. Das Projekt wurde durch Kickstarter finanziert und im Freundeskreis von Goldman umgesetzt, samt Einbezug seines Appartments, seiner Lieblingsgeschäfte und Lieblingsbands in Brooklyn. Alles so schön local, alles so schön hip, könnte man sagen, aber ich finde gerade dieser leise und unaufwendige Ton ermöglicht der Serie viel Herz, Charme und Authentizität, wie sie in größeren Produktionszusammenhängen weniger möglich wären (was man an mancher Stelle in New Girl sieht).

Das Nachfolgeprojekt nennt sich nun Whatever this is und dreht sich wieder um eine Gruppe junger New Yorker, die neben dem beruflichen Hürdenlauf auch im Privaten erst noch nach dem Sinn ihres Daseins suchen muss. Die erste Folge ist online, ich bin gespannt auf den Rest.