Sommerfilme

Zollhafen_MainzEs ist endlich Sommer draußen! Obwohl ich selbst ja eher ein Winterfreund bin und lieber die Kühle als die Hitze mag, bin ich bis jetzt doch schwer begeistert vom warmen Wetter. Es gibt dabei eigentlich nichts Schöneres, als sich mit netten Menschen und einem kühlen Bierchen an den Rhein zu setzen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Oder… man setzt sich vors heimische Kino und schaut sich den Sommer im Film an.

Es gibt Weihnachtsfilme und Winterfilme, aber geschwitzt wird im Kino viel zu selten. Und darüber gesprochen wird erst recht nicht. Ich hatte zwar mal ein Seminar zur Atmosphäre im Film, da ging es wirklich auch ums Wetter, aber die Art wie dort über Wolken und Winde diskutiert wurde, passte irgendwie auch nicht so ganz zum Sommer. Dabei existieren doch Filme, die Schwüle, Badengehen und lange Abende nicht nur abbilden, sondern auch dieses ganz bestimmte Gefühl, welches es nur im Sommer gibt, zum Thema machen. Die Süddeutsche hatte letztes Jahr auf ihrer Website eine Sammlung Sommerfilme gepostet, deren Auswahl ich aber ziemlich willkürlich fand. Hier daher meine persönlichen Lieblingssommerfilme, ohne Hierarchie, versteht sich.

Do The Right Thing (USA 1989, R: Spike Lee)

„And that is the truth, Ruth!“ Im New York der späten 80er kochen nicht nur die Temperaturen hoch, sondern auch die kulturellen Unterschiede, die sich im extraheißen Melting Pot der Stadt treffen.

Sommer vorm Balkon (Deutschland 2007, R: Andreas Dresen)

Kaum ein Film beschreibt schöner, wie der Sommer in Berlin zwischen absolutem Hochgefühl und dunklen Regenwolken pendeln kann. Und wieder funktioniert Dresens Blick für die kleinen Geschichten in der großen Stadt.

Days of Heaven (In der Glut des Südens, USA 1978, R: Terrence Malick)

Dieser Film lebt vom Sonnenuntergang, vom Getreide, das sich auf den Feldern wiegt und vom Schweiß, der den Arbeitern nach einem langen Tag im Gesicht klebt. Poetisch und melancholisch. Typisch Malick eben.

Alle Anderen (Deutschland 2009, R: Maren Ade)

Der Deutschen liebste Jahreszeit – der Urlaub – kann ganz schön ausarten, wenn man sich fernab von Zuhause mit allen den Problemchen und Problemen konfrontiert sieht, die sonst im Dunst des Alltags untergehen.

Les amants (Die Liebenden, Frankreich 1958, R: Louis Malle)

Ein Geniestreich von Malle, der hier mit konventionellen Werten bricht. Ab Minute 56 gibt es eine der schönsten Liebesszenen des Kinos in einer milden Sommernacht, mit ganz viel savoir vivre.

The Virgin Suicides (USA 1999, R: Sofia Coppola)

Something completely out of touch with reality. Das ist dieser Film wohl. Lichtreflexe und Pastellfarben haben einen entscheidenen Anteil daran, diese unwirkliche Sommerwelt amerikanischer Vororte zu beschreiben. Immer noch mein liebster Film von Sofia Coppola.

Mitfahrer (Deutschland 2004, R: Nicolai Albrecht)

Im Sommer ist man potentiell mehr auf Straßen unterwegs, in den Urlaub, an den Badesee, ans Meer. Dabei kann es ganz schön anstrengend sein, in so einer viel zu heißen Blechkiste festzusitzen, noch dazu mit Fremden. Kitschiger Untertitel, aber ein gelungener deutscher Film.

Advertisements
1 Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s