Im Kino gewesen: No! und Star Trek Into Darkness

Zweimal Kino diese Woche, keine schlechte Bilanz. Das eine war ein guter Film zum Abschluss eines Feiertags, der trotzdem eines politischen Themas nicht entbehrte, das andere der perfekte Feierabendfilm für den Freitagabend, den ich vor allem wegen Benedict Cumberbatch und der schönen Erinnerung an den Schottlandurlaub vor vier Jahren schaute, als ich mit Jenny und Eva im ersten Teil der neuen Star Trek-Serie war.

„No!“ fand ich alles in allem im positiven Sinne verwirrend. Der Videolook, der sich ästhetisch ans Fernsehen und an die späten 80er Jahre anlehnt, die Originalaufnahmen, die den Film in die Nähe des Dokumentarischen rücken und die elliptische und gleichzeitig undistanzierte Erzählführung, die nah an die Figuren herangeht, ohne zuviel von ihnen preis zu geben, machten es mir manchmal schwer, der Handlung zu folgen. Unterhaltsam ist der Film, wenn auch etwas unklar darin, wovon er jetzt eigentlich erzählen will: Von der Kampagne, die Pinochet im Referendum in Chile stürtzte, das ist klar, aber am Ende wird das historische Ergebnis eben für sich stehen gelassen. Die Fiktion des Films zieht daraus keinen Antrieb mehr, nimmt die Spannung raus und entlässt ihren Helden schließlich ohne ein Lächeln wieder in seinen alten Job. Was hat sich verändert nach Pinochet? Anscheind nichts. Das fand ich dann auch wieder verwirrend.

Ich bin kein Trekkie, kenne mich nicht in diesem Universum aus und kann daher auch nicht mit dem Blick eines Fans agumentieren, also gehe ich einfach mit dem Blick eines begeisterungsfähigen Filmfreundes an „Star Trek Into Darkness“. Wie schon erwähnt, ein Auslöser den Film zu sehen war auf jeden Fall Benedict Cumberbatch, den ich zurzeit als meinen Lieblingsschauspieler bezeichnen würde. Der Rest der Besetzung ist auch nicht schlecht (super: Zachary Quinto, Simon Pegg und Anton Yelchin, gut: Chris Pine, Karl Urban und John Cho, zum Davonlaufen: Zoe Saldana und Alice Eve). Aber irgendwie sind die Charaktere dieser Schauspieler jetzt eingeführt, gefestigt und halten im neuen Film wenig Überraschungen bereit. Und die Frauenrollen hätte man hier eigentlich komplett rausstreichen können, damit wenigstens ihre Redundanz vermieden wird. Cumberbatch als Khan mischt den etwas zu routiniert inszenierten Laden namens Enterprise auf, aber eine wirklich spannende Geschichte kann daraus irgendwie auch nicht entstehen. Als ich auf die Frage eines Fans, wie ich den Film fand, mit „lustig“ antwortete, meinte er: Na, das hätte ich in dem Zusammenhang nicht erwartet. Und trotzdem: Es war wieder lustig.

No! (Chile/Frankreich/USA 2012, Regie: Pablo Larraín, Drehbuch: Pedro Peirano, Kamera: Sergio Armstrong, Schnitt: Andrea Chignoli, Musik: Carlos Cabezas)

Star Trek Into Darkness (USA 2013, Regie: J.J. Abrams, Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Kamera: Daniel Mindel, Schnitt: Maryann Brandon, Mary Jo Markey, Musik: Michael Giacchino)

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