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Archiv für den Monat Juli 2012

Gestern ist an seinem 91. Geburtstag der französische Filmemacher und Künstler Chris Marker verstorben. Mit seinen Essayfilmen, die Mediengrenzen überschreiten, Fotografie, Objekt- und Videokunst einbeziehen, hat er sich der Erkundung menschlicher Erinnerung und ihrer Materialität gewidmet. Mir gefällt daran der poetische Bezug zu menschlichen Grundkonstanten wie Liebe und Tod, sein Umgang mit Erinnungsstücken und Bruchteilen, die sich in den Filmen zu Bildern über Persönlichkeiten, Geschichten und das Erzählen zusammenfügen.

Bekanntheit erlangte Marker mit seinen Werken La Jetée (Am Rande des Rollfelds, 1962) und Sans Soleil (Sans Soleil – Unsichtbare Sonne, 1983). Fritz Göttler hat für die Süddeutsche Zeitung einen Nachruf verfasst. Markers Film Junkopia (1981) findet sich auf ubu.com. Nicht zuletzt ist auch das Blog über den Künstler lesenswert. Hoffentlich kann es sein Schaffen in guter Erinnerung halten.

La Jetée auf YouTube

2.8.: Da wurde schnell reagiert und das Video gelöscht! Seltsam, dass erst nach dem Tod des Künstlers das Netz nach seinem Werk durchforstet wird. Hier ein anderes Andenken:

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„Oh fuck it, I’m gonna have a Party!“ sangen schon Nada Surf. Hoffentlich werden sie dies auch am Wochenende beim Phono Pop in Rüsselsheim tun, dann bin ich wirklich vollends glücklich. Fürs erste setzt aber auch schon der Abschluss meines Studiums genügend Glückshormone frei, die mich bis zum Wochenende tragen werden. Jetzt ist Zeit für Feierei, hoffentlich nach dem Vorbild meiner liebsten Filmpartys.

 

Dieser Film verfolgt mich schon mein halbes Leben. Seit dem Anblick der künstlichen Hel im Filmpark Babelsberg wollte ich wissen, was es mit dieser faszinierenden Welt auf sich hat. Ging nicht nur mir so, sondern auch Madonna (1989), Queen (1984) und Giorgio Moroder (1984). War je wieder ein Science Fiction-Film so einflussreich wie Fritz Langs Metropolis (1927)?

… Radebeul! Noch einmal Luft holen für die letzten Meter vor der Prüfung. Letztes Wochenende war diese Luft besonders warm, schön und weingeschwängert. In Radebeul bei Dresden, dem idyllischen Ort, wo Karl May und Gerhart Hauptmann lebten, wo Wein wächst und getrunken wird, besuchte ich meine Großeltern. Eigentlich braucht es kein Instagram, um diese Landschaft zu zeigen, und eigentlich ist es auch heuchlerisch, diese Pseudoretrobilder auf Blogs zu stellen. Doch in Ermangelung einer anderen Kamera musste ich darauf zurückgreifen.

Irgendwie spiegeln diese Fotos auch ganz gut wieder, wie Instagram selbst funktioniert. Ich lege über ein Bild einen Filter und enthebe es damit seiner Realität, lasse es aus der Zeit fallen, mache es vielleicht schöner, als es ist. Mit Radebeul funktioniert es umgekehrt. Die Stadt wirkt malerisch, ein bisschen realitätsfern, besonders bei den hohen Temperaturen, die an diesem Wochende herrschten, bis einem auffällt, dass man hier sehr wohl in der Wirklichkeit lebt. Die Häuser haben Risse, die Straßen Löcher, die ihnen erst den richtigen Charme verleihen. Und der Wein ist auch nicht der süßeste. Instagram legt eine glatte Patina über die Landschaft, in echt aber ist Radebeul noch viel schöner als auf diesen Bildern!