Archiv

Archiv für den Monat Februar 2011

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Wim Wenders hat einen Tanzfilm über das Werk der 2009 verstorbenen Choreografin und Tänzerin Pina Bausch gedreht. Das ist zunächst keine spektakuläre Neuigkeit, hat sich Wenders doch immer schon neben seinen spröden, kargen Reisefilmen durch kunstvoll poetische Werke mit einem lyrischen Anspruch hervorgetan. Das drückt sich allemal auch in Bauschs Arbeiten aus. Auch der Bezug zum Ruhrpott und seinen umliegenden Regionen, vor allem zu Wuppertal, wo Bausch ihr international renommiertes Tanztheater gegründet hat, ist eine Schnittstelle im Schaffen der beiden Künstler. Das Besondere ist nun, dass der Film in 3D zu sehen sein wird. Hoffentlich gibt es hier einen Versuch, dem neuen filmischen Sehmodus wirklich gerecht zu werden und die Bilder nicht durch eine dynamische Montage in ihrer Raumwirkung zu reduzieren. Das Dargestellte selbst ist Bewegung genug und kann im dreidimensionalen Raum sicherlich eine hohe visuelle Wirkung entfalten. Man darf gespannt sein.

Spike Jonze, Regisseur der Spielfilme Being John Malkovich, Adaption und Where The Wild Things Are sowie von Videoclips der Beastie Boys und Fatboy Slim, hat vor ein paar Monaten mit seinen Clip zu Arcade Fires The Suburbs für Aufsehen gesorgt. Nachdem die kanadische Band mit The Wilderness Downtown versucht hatte, ein internetbasiertes und interaktives Musikvideo zu gestalten, kehrte Jonze mit dem neuen Clip zur erzählenden Form zurück. Doch ist diese nicht weniger kryptisch und geheimnisvoll. In die langweilige Vorstadtwelt einiger Jugendlicher scheint plötzlich eine andere Realität einzudringen. Was wirklich ist und was Fiktion, verschwimmt, wie so oft bei Jonze. Der Clip besteht aus Teilen des Kurzfilms Scenes From The Suburbs, den der Regisseur nun auf der Berlinale präsentieren wird. Ich würde mir wünschen, dass er seinen vertrackten Duktus beibehält, so sehr man sich auch nach Auflösung sehnt.

Am Sonntag ging in Darmstadt die Ausstellung Gesamtkunstwerk Expressionismus auf der Mathildenhöhe zu Ende. Ein Grund für Jenny und mich, am letzten Ausstellungstag der Künstlerkolonie einen Besuch abzustatten. Besonders spannend war hierbei, dass plötzlich Peaches im Foyer der Mathildenhöhe stand, um die Ausstellung zu besuchen. Das glaubt uns vielleicht niemand, aber wir wissen ja, das es wahr ist. Auch ohne spektakuläre Exhibition und unerwartete Prominentenbesucher ist das Gelände der Mathildenhöhe immer einen Ausflug wert. Die Bauten im Jugenstil, wie der Hochzeitsturm, die russisch-orthodoxe Kapelle und die Künstlerhäuser, bestechen durch ihre zeitlich entrückte und gleichsam moderne Gestaltung. Kleine Kunstperlen lassen sich in der ganzen südhessischen Stadt finden, was einen Spaziergang durch Darmstadt zu einer Entdeckungsreise werden lässt. Ein rundum gesamtkunstwerklicher Sonntagsausflug.